Feldbegehung

Jungsteinzeitlicher Beilfund während einer Feldbegehung (Foto: R.Reimann)

Bei Wikipedia ist zum Begriff Survey zu lesen: In der Archäologie ist ein Survey die Begehung bzw. Geländeerkundung zum Gewinnen eines Überblicks über die Besiedlungsgeschichte. Es handelt sich um eine Bodenbegehung des Gebietes und dessen Kartierung. Die Begehung muss nicht zwangsläufig zu einer Ausgrabung führen, sondern kann auch (vorerst) der einzige Schritt bei der Erforschung eines Gebietes sein. Heute wird sie meist mit den geophysikalischen Methoden der Prospektion (siehe geophysikalische Prospektion) kombiniert.

Das zu untersuchende Gelände wird meist in Planquadrate geteilt und vermessen, heute kommt auch vermehrt GPS zum Einsatz. Danach wird das Gelände systematisch abgegangen, wobei die Bodenoberfläche nach auffallenden Gelände- und Bodenmerkmalen untersucht wird, sowie Funde eingemessen und aufgelesen werden. Alle Funde und Befunde werden dokumentiert und kartografiert. Ein gehäuftes Auftreten von Funden kann auf Fundstellen bzw. Bodendenkmäler hinweisen, die durch Bodenerosion oder Pflügen zu Tage treten. Mit den gesammelten Daten kann der erfahrene Archäologe abschätzen, ob und welche Art Denkmäler sich im Boden befinden könnten. Mit Hilfe von Geoinformationssystemen können die Funde mit der Topographie und weiteren Merkmalen, wie Bodengüte, Bodennutzung und ähnlichem, in Verbindung gebracht werden.

Etwas ausführlicher wird die Feldbegehung auf der Webseite von Prähistorische Archäologie beschrieben: Die Ausführungen gelten prinzipiell auch für Prospektionen mit Metallsuchgeräten.

Eine anschauliche Einführung in die archäologische Feldbegehung hat unser Mitglied Ronald Reimann verfasst. Von 2010 bis 2020 war er ehrenamtlich Beauftragter für die archäologische Denkmalpflege im Landkreis Schaumburg, seit 2017 im Landkreis Nienburg, und unterstützt dort den zuständigen Kommunalarchäologen Dr. Daniel Lau. Weiterhin verantwortet er die archäologische Abteilung des Heimatmuseums Rehburg. Sein Schwerpunkt liegt in der Feldprospektion an der verlandeten Uferzone des Steinhuder Meeres zu Steinzeiten und  Fundplätzen an der Mittelweser. Die vom Luftbildexperten Heinz-Dieter Freese entdeckten jungsteinzeitlichen Erdwerke Müsleringen und Wellie sind auch systematisch von ihm abgesucht worden.

Seit 2019 bietet Ronald Reimann mit Mitglied und Archäologin Nadja Lüdemann Workshops zur Weiterbildung von Hobbyarchäologen an. Themenschwerpunkte sind die Einführung in die Feldbegehung, Erläuterung der Steinzeiten und praktische Fundbestimmungen. 

Materialbestimmungen von archäologischen Oberflächenfunden (Foto: R.Reimann)

Beide moderieren die WhatsApp-Gruppe „Silex und Keramik (FAN)“, in der Teilnehmer ihre nichtmetallischen Funde posten. Falls Sie sich mit eigenen Funden beteiligen möchten oder einfach nur Ihr Wissensspektrum als Einsteiger erweitern möchten, schicken Sie bitte eine E-Mail an: fan.archaeologie.digital(at)gmail.com

Funde einer Feldbegehung ohne technische Hilfsmittel sind der zuständigen Denkmalschutzbehörde, der Gemeinde oder einem Beauftragten der archäologischen Denkmalpflege (§ 22 NDSchG) zu melden (§ 14.1. NDSchG).

Feldbegehungen mit technischen Hilfsmittel wie z.B. Metalldetektoren sind durch die zuständige Denkmalschutzbehörde genehmigungspflichtig (§ 12.1 NDSchG). Auch die Funde dieser Begehungen sind zu melden.

Weitere Informationen zu Fundmeldungen sind hier zu finden.